Lesetipps

 

 

 

 

 

 

 

 

Train Kids

Ein Jugendbuch von Dirk Reinhardt. Es ist nicht sein erstes Buch, aber eines der beeindruckendsten. Reinhardt ist promovierter Historiker und freier Journalist.

Er liest in Schulen und über Train Kids schreiben Jugendliche, dass sie das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnten.

So ging es mir auch.

 

Der Schauplatz ist das heutige Mexiko. Vier Kinder zwischen 12 und 15 Jahren und der 16-jährige Fernando finden sich zusammen, um von Guatemala durch Mexiko in die USA zu kommen. Sie sind arm, leben bei den Großeltern oder anderen Verwandten, weil ihre Mütter und Väter vor Jahren in die USA gingen. Dort, natürlich illegal, versuchen sie Jobs zu bekommen, um Geld zu verdienen. Oft jedoch scheitern sie, bleiben länger, als die zwei versprochenen Jahre und nicht selten hören die Kinder nie wieder etwas von ihnen.

Mit dem wenigen Ersparten, mit einem kleinen Rucksack und dem was sie auf dem Leib tragen, hoffen die fünf auf Zügen den weiten Weg durch das gefährliche Mexiko zu schaffen. Der Traum in den USA die Mutter, den Vater zu finden bestärkt sie immer wieder neu, den Mut nicht zu verlieren.

Es ist ein Fluchtweg der mit Angst vor Festnahmen durch korrupte Polizisten oder skrupellose Schleuser, vor Banden aller Art und vor dem Tod gepflastert ist. Da ist die Gefahr auf einen Zug den Aufsprung geschafft zu haben, dann aber vor Übermüdung einzuschlafen und abzustürzen.  Ebenso die Gefahr von Stromleitungen oder überhängenden Ästen erschlagen zu werden ist groß.

Fernando hat den Weg auf den Zügen und  zu Fuß durch gefährliche Gegenden schon mehrmals hinter sich und kann dadurch wertvolle Tipps geben, um vorwärts zu kommen.

Dennoch geraten alle fünf in ernste Situationen, was die kleine Gemeinschaft zusammenschweißt und immer wieder füreinander einstehen lässt.

Auf diese Weise müssen sie 2500 km bewältigen und ganz nebenbei sich auch etwas zu essen besorgen.

Der Roman bewegt, weil er das tatsächliche Alltagsbild der Train Kids und Train Erwachsenen in Mittelamerika schildert. Dirk Reinhardt war viele Wochen vor Ort, hat mit Jugendlichen gesprochen, die ihm geschildert haben, wie, warum und wo sie diesen Weg weit in den Norden beginnen.

Das Thema des Buches so aktuell und so erschütternd.

 

 

 

 

 

 

 

Der Atem der Welt

 von Carol Birch

erschien bereits 2011 und ist ein klassischer Abenteuerroman um Londoner Docks, Schiffbruch und Kannibalismus.

Oder doch nicht?

1857 lebt Jaffy Brown mit seiner Mutter in Armut und Elend. Das Wunder geschieht auf dem Ratcliffe Highway in der Gestalt eines Tigers. Jamrach ein alter Haudegen, der eine bunte Menagerie an Tieren besitzt, sie ausstellt, verkauft und aus exotischen Ländern Nachschub fängt, ist eben jener Tiger entwischt. Der spaziert auf Jaffy zu, welcher mit verhaltener Furcht auf das Tier zugeht und seine Nase streichelt. Ein Prankenhieb wirft den Jungen um, doch geht er unbeschadet aus diesem Abenteuer mit Tiger hervor.

Jamrach, froh über den Ausgang, bietet seiner Mutter an, dass Jaffy einen Job in seiner Menagerie bekommt.

Er lernt Tim kennen, der sein bester Freund wird. Mit Tim heuert er auf einem Walfänger an und beide erleben einen Schiffbruch.

Zwölf Männer retten sich in zwei Boote und kämpfen ums Überleben. Der unerträgliche Hunger gipfelt im Kannibalismus und letztendlich entscheidet das Los Tim zum Opfer, um die letzten vier Überlebenden zu retten.

Die Autorin lässt ihren Helden die Geschichte in Ich-Form erzählen. Das lässt den Leser näher an Jaffy Brown heran, er kann seiner Gedankenwelt und moralischen Qualen folgen.

Carol Birch beschreibt alle Geschehnisse so stark, dass man die nach Fisch stinkenden Straßen des damaligen Londons erlebt und in die Schönheit der Südsee eintaucht.

 

Mit diesem Buch kann man auf 393 Seiten dem Alltag auf beeindruckend phantastische Weise entfliehen.

 

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben