Die Leopoldina

 ist die älteste wissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die am längsten existierende naturforschende Akademie der Welt.

Der offizielle Name lautet: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina-Nationale Akademie der Wissenschaften.

1652 wurde sie in Schweinfurt von einigen Medizinern unter dem Namen Academia Naturae Curiosorum gegründet. Ihr erster Präsident war der Mediziner Johann Laurenz Bausch.

Danach wurden die englische Gelehrtengesellschaft Royal Society (1660) und die französische Akademie (1666) gegründet.

Die neue Academiae Naturae Curiosorum machte sich zur Aufgabe eine Enzyklopädie in Einzelarbeiten für alle Dinge aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich zu erstellen. Dabei konnte sie auf Arbeiten des vergangenen Jahrhunderts bis 1630 zugreifen.

Ungeteilte Anerkennung und Ehrung gedieh dem Breslauer Stadtphysikus Philipp Jacob Sachs von Lewenhaimb für seine Monographie und für die Einrichtung einer jährlich erscheinenden Fachzeitschrift.

Kaiser Leopold I., an den Wissenschaften seiner Zeit interessiert, bestätigte 1677 offiziell die „Academie des Heiligen Römischen Reiches“ und stattete sie zehn Jahre später mit kaiserlichen Privilegien aus. Es folgten Rechte, wie zum Beispiel das Wappen- und Promotionsrecht und Gewährung der Zensurfreiheit.

Seitdem hieß sie Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum.

Kurz: Leopoldina.

In Windeseile erlangte die Leopoldina weltweite Anerkennung.

Seit 1878 hat die Akademie ihren Sitz in Halle an der Saale. Die Bibliothek der Leopoldina wurde im Nebenamt vom halleschen Universitätsbibliothekar geführt, welcher einen Bibliotheksneubau anstrebte.   Durch diesen Neubau bekam die Akademie in Halle-Saale ihren ständigen Sitz. 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 94 Mitglieder ausgeschlossen. Rassische oder politische Gründe waren die Ursache für den Ausschluss.  Elf  Mitglieder verloren durch das NS-Regime ihr Leben.

1943 hatte man die Bibliothek zum Schutz vor Bombenangriffen in ein stillgelegtes Kaliwerk in Wansleben am See gebracht. Darunter wertvolle Handschriften, auch Briefe von Goethe.

Halle wurde von den Amerikanern befreit und  war dann sowjetische Besatzungszone. Die Bibliothek wurde zum großen Teil in die UdSSR transportiert und nach jahrelangen Bemühungen wurde ein Teil zurückgegeben.

Schriften von Avicena, Giordano Bruno, Johannes Kepler und wertvolle Bücher blieben verschollen.

Die Wirrungen nach 1949 sollten die Leopoldina oft gefährlich an den Rand der gewollten Bedeutungslosigkeit bringen, die natürlich nicht gelang.

Durch die internationale Anerkennung, ihre Historie und durch die Teilnahme von Wissenschaftlern aus aller Welt an den Jahresversammlungen der Leopoldina in Halle war sie für die DDR-Führung doch ein Vorteil. Sie blieb auch weitgehend von der staatlichen Einflussnahme frei.

Am 14. Juli 2008 wurde die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt.

Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, ist unabhängig und dem Gemeinwohl verpflichtet.

Als eines der ältesten Akademie-Archive der Welt verwahrt das Archiv der Leopoldina ca. 1.700 laufende Meter an Unterlagen aus mehr als 350 Jahren.

Seit Juli 2008 hat die Leopoldina ein Büro in der Reinhardtstraße in Berlin.

Am 22. September 2009 erwarb sie das ehemalige „Logenhaus Zu den drei Degen“ in Halles Altstadt. Im Mai 2012 wurde es feierlich eingeweiht.

Im zweiten Stock wurde ein historischer Ritualraum der „Loge Zu den drei Degen“ entdeckt. Die bemerkenswerte Deckenmalerei wurde aufwändig von einem halleschen Restaurator und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie restauriert.

Im Rahmen einer Führung kann der Raum besichtigt werden.

Prominente Mitglieder und Ehrenmitglieder der Akademie Leopoldina waren und sind Wissenschaftler aus aller Welt und allen wissenschaftlichen Fachgebieten, wie zum Beispiel:

Nils Bohr, Marie Curie, Charles Darwin, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, Otto Hahn, Sven Hedin, Werner Heisenberg, Sir Frederick Hopkins, Iwan Petrowitsch Pawlow, Werner von Siemens und viel andere.

179 Mitglieder wurden bisher mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Der 27. Präsident der Leopoldina ist seit März 2020 der 1968 in Karlsruhe geborene Gerald H. Haug.

Er ist Paläoklimatologe und hat sich auf die Untersuchung von Sedimentkernen aus Seen und Ozeanen spezialisiert. Er steht der Abteilung Klimageochemie am Max-Planck-Institut für Chemie vor. Er ist Professor an der ETH Zürich.

Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina gibt Stellungnahmen zu verschiedenen Themen heraus. So zum Beispiel zur nationalen Klimapolitik 2019.

Zur Coronavirus-Pandemie gibt sie zurzeit eine Stellungnahme ab, die eine Entscheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen gegen die COVID-19 Verbreitung sein könnte.

 

 

 

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